Ein Rennen, bei dem ich vor dem Start mal wieder was gelernt habe 
Meine Qualizeit bin ich mit harten Reifen gefahren, da ich der festen Überzeugung war, dass man unter den Top 10 mit den Reifen startet, die man in der Quali gefahren ist. Klar hätte ich auch die Quali komplett sausen lassen können, aber ich wollte mein Glück trotzdem versuchen. Am Ende haben auch nur ca. 2 Zehntel auf Ramdan gefehlt - dann wäre ich als 8. gestartet. Mit dem Wissen, dass man in 2014 komplett neue Reifen aufziehen kann, obwohl man in der Quali gefahren ist, habe ich eine H-W-W-W Taktik erstellt.
Also startete ich auf Hart und verlor Erwartungsgemäß direkt Zeit auf Ramdan. Aber bereits ab der 4. Runde konnte ich aufholen und aufschließen, da ich jede Runde schneller wurde. Ramdan konnte ich dann auch noch auf der Strecke überholen, bevor er in die Box fuhr. Daraufhin näherte ich mich auch mit großen Schritten Caro, die aber vor mir in die Box flüchtete 
Beide zogen harte Reifen auf. Und aufgrund der frühen Stops war mir klar, dass beide evtl noch 2 mal in die Box kommen, oder aber eine 2-Stop-Strategie mit 2 mal hart fuhren. In beiden Fällen sah ich mich in guter Position, da ich zum einen mit meinen harten Reifen gut auf beide mit weichen Reifen aufschließen und überholen konnte und zum anderen, sollten beide nur 2-Stop mit doppel-hart fahren, wäre ich zum Ende mit den weichen auch im großen Vorteil. Da Caro nun mit frischen harten Reifen fuhr, holte Sie freilich auch wieder auf mich auf. In Runde 17 fuhr ich allerdings in die Box, um den ersten weichen Stint einzuleiten. Ca. 8 Sekunden hinter Caro kam ich raus - hatte ich doch mehr Zeit als gedacht verloren. Diese Zeit schmolz aber nur so dahin, sodass ich schon bald in Schlagdistanz war. Aber wieder ging Caro kurz vorher in die Box und wechselte laut meinem Ingenieur wieder auf hart. Dies kam mir aber schon sehr seltsam vor. Als ich in Runde 31 erneut auf weich wechselte, waren Caro und ich gleichauf. Caro interessanterweise allerdings auf weich und nicht auf hart. Nun wusste ich, dass wir beide auf 3 Stops unterwegs waren - ich bei meinem letzten Stint aber wohl mit deutlich frischeren Reifen. Nach dem Stop reihte ich mich kurz hinter Caro ein und attackierte - dachte ich zumindest. Laut meinem Screen ging ich in Turn 1 vorbei, da sich Caro drehte. Ende Sektor 1 tauchte Sie aber wieder gut 2 Sekunden vor mir auf. Und so lief es eine ganze Weile - bis schließlich Caro einen DC hatte. Zuvor hatten bereits Paddy und Ramdan das Rennen durch einen DC verlassen.
Ab dem Moment, war es erstmal ein ziemlich einsames Rennen - bis irgendwann Ende der 30er Runden Juve durch seinen Stop direkt vor mir landete. Mit meinen gebrauchten Reifen konnte ich aber auch beim besten Willen nicht mithalten. In der ersten DRS-Zone war ich noch innerhalb der 1 Sek, aber trotz DRS fuhr mir Juve auf der Geraden immer weiter weg, sodass ich schon auf Start-und-Ziel nicht mehr in dem 1-Sek Bereich war. Um Runde 43 holte ich dann meinen letzten Satz frische Reifen und hatte nun einen Abstand von ca. 29 Sekunden auf Juvenal. Aufgrund meiner frischen Reifen konnte ich in den folgenden Runden meinen Rückstand verkürzen, bis plötzlich Travis als Gegner in der Tabelle auftauchte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich 26 Sekunden Rückstand auf Travis - holte aber pro Runde immer 2-3 Sekunden auf, sodass sich Travis in Runde 50 noch gezwungen fühlte, nochmals die Reifen zu wechseln. Einerseits war ich ein bisschen verwundert, andererseits hatte ich auch gehofft, mit meinem Tempo zuvor ihn noch überholen zu können. Travis nun 8 Sekunden hinter mir hatte noch 6 Runden Zeit aufzuholen. Nun etwas unter Druck konnte ich meine Runden wieder knapp 1 Sekunde schneller absolvieren als in den letzten Runden, bei denen ich schon 2-3 Sekunden auf Travis aufholte. Trotz alledem holte Travis kontinuierlich auf. Ich rechnete schon jede Runde aufs neue aus, wie viel ich denn pro Runde verlieren dürfte, damit ich vor ihm blieb. In der vorletzten Runde war ich mir dann sicher, dass wenn nix weltbewegendes mehr passiert, ich vor ihm ins Ziel komme. Weil ich zur Abwechslung mal nicht als letzter ins Ziel kam, war ich stolz wie Bolle als ich die Zielflagge sah.
Noch bin ich mir nicht 100%ig sicher, ob ich dieses Ziel durch die Taktik erreicht habe oder ob ich für meine Verhältnisse einfach fix unterwegs war. Auf jeden Fall war es ein gelungenes Rennen von meiner Seite 