Saturday League 2019.3 : Weltmeister-Interview mit Speeder



Liebe Freunde der Simrc,


ich freue mich heute den neuen Weltmeister der F2 Saturday-League in der Redaktion begrüßen zu dürfen.

Erstmal Begrüße ich Speeder und freue mich, dass du dir für uns und unsere werten Leser die Zeit nimmst.


Vorweg: wie fühlt man sich als neuer und erstmaliger Weltmeister?


„In die Fußstapfen von Henke und Spawnie zu treten und Formel-2-Weltmeister zu werden ist ein super Gefühl, ich glaube die Art, wie ich den Titel geholt habe macht es noch um einiges besser.“


Hattest du im verlauf der Saison schon das Gefühl gehabt, das Zeug zum Weltmeister zu haben?


„Klar, habe mein erstes SimRC-Rennen in dem 2019.2 Abu Dhabi GP im Sprintrennen gewonnen und ab da wusste ich, dass ich auch in der Lage bin, um die Weltmeisterschaft in der nächsten Saison mitzukämpfen.“


Die Saison war ja nicht ganz so einfach. Ich erinnere da noch mal an das erste Rennwochenende in Singapur. Dort sah es erstmal nicht danach aus, dass du Weltmeister wirst. Was ist da passiert?


„Grüße gehen an dieser Stelle an Henke raus, der mich vor dem Rennen als Favorit zur WM gezählt hat, wenn ich einfach nur solide fahre. Natürlich bin ich in diesem Rennen nicht solide gefahren und habe auch die Formel-2-Regeln besser kennengelernt, bei denen man unter einem VSC nicht seinen Pflichtboxenstopp absolvieren darf. In Singapur dachte ich, dass man auch unter dem normalen SC den Pflichtboxenstopp nicht absolvieren darf, und als dann das SC raus gekommen ist und jeder bis auf mich an die Box gegangen ist, bin ich von der Taktik natürlich voll nach hinten geworfen worden. Als ich dann in die Box fahren wollte, hat sich leider die Aufhängung meines Autos gelöst und ich bin in die Boxenmauer gefahren. Durch diesen Schaden bin ich aus dem Hauptrennen ausgeschieden und auch das Sprintrennen konnte ich nicht mehr bestreiten.“


Wie hast du das geschafft, dann so stark in die nächsten Rennen zu gehen? Das war ja ein Speeder, den wir noch nicht kannten.


„Ganz einfach, ich fahre Rennwochenende für Rennwochenende und sehe diese nicht als zusammenhängend an. Erschreckend finde ich es, dass man den Speeder nach Singapur noch nicht kannte, da ich eigentlich nur meine normale Pace gezeigt habe.“


In den weiteren Rennen sahen wir dann einen sehr starken und Zielstrebigen Speeder. Darin auch nochmal der erfolgreiche Angriff in Deutschland gegen Tropical in der letzten Runde im Sprintrennen.


„Deutschland war einfach eine Klasse für sich; mit Theo und Tropical um die 2 Rennsiege zu kämpfen war sehr spannend und fordernd. Die Zweikämpfe waren sehr fair und ich glaube, man hat in diesem Rennen auch gut gesehen, dass ich ein aggressiver Fahrer bin, mich jedoch mit wenigen Ausnahmen innerhalb des Reglements bewege. Die Attacke in der letzten Runde gegen Tropical war sicherlich hart am Limit, jedoch auch fair und somit konnte ich mir meinen verdienten 2. Platz hinter Theo sichern.“


Außerdem in Monaco, wo du einen Riesen-Vorsprung hattest im Hauptrennen. Was war das Rezept dieser Erfolge?


„Monaco ist ganz klar meine Lieblingsstrecke, dazu kam noch der Regen mit dem es sehr schwer war das Auto unter Kontrolle zu behalten. Doch nachdem sich Pera in die Wand und später in die Box verabschiedet hat habe ich einen guten Rhythmus gefunden und war konstant schneller als alle anderen. Generell muss man sagen, dass ich im Hauptrennen aus meiner Sicht nichts besonderes gemacht habe, sondern einfach die Konkurrenz geschlafen hat.


Ich war nach dem Rennwochenende sogar eher frustriert als stolz, da ich im Sprintrennen zwar einen sehr guten Start hingelegt habe, jedoch nicht an Ju vorbeigekommen bin und mich auch einmal in die Wand gehauen habe. Somit habe ich meine 2 angekündigten Rennsiege in Monaco nicht geschafft, was mich noch bis heute aufregt.“


In Japan hatten wir im Hauptrennen erstmal den Eindruck gehabt, dass der alte Speeder zurückgekehrt ist. Wie ist das zu diesem Dreher gekommen? Du hattest ja eigentlich keinen großen Druck dank 18 Punkten Vorsprung auf Theo.


„Ich wollte einfach das Rennen gewinnen und dazu war ich schneller als Theo. In der Runde des Drehers wollte ich mich in eine gute Position bringen, um Theo mit der Hilfe von meinem "Low-Downforce"-Setup und DRS zu überholen. Das Auto wird in der Dunlop Kurve generell sehr leicht auf der Hinterachse und das wurde auch noch durch mein "Low-Downforce"-Setup verstärkt. Ganz komisch war es, dass ich kein Übersteuern gespürt habe und erst am Kurvenausgang bemerkt habe, dass sich mein Heck komplett verabschiedet hat und ich keine Chance habe mein Auto noch abzufangen. Daraufhin wollte ich einen U-Turn machen, aber ich musste zuerst so viele Leute vorbeilassen, dass ich von der Rennleitung disqualifiziert wurde weil ich zu lange in die falsche Fahrtrichtung stand.“


Wie Stark war dann der Druck im Sprintrennen?


„Nicht vorhanden, hatte nichts mehr zu verlieren.“


Dennoch stand jetzt der WM-Titel auf dem Spiel. Wie schafft man es dann so Ruhig zu bleiben?


Ich wusste, dass ich meine beste Leistung bringen musste, um noch irgendwie den Weltmeistertitel zu holen und dazu durfte ich nicht zu aufgeregt sein, dazu kam wie gesagt, dass ich nur noch etwas gewinnen konnte und nichts mehr zu verlieren hatte.


Im Sprintrennen gab es dann das entscheidende Manöver, der dich quasi zum Titel gebracht hat. Wie war dieser aus deiner Sicht?


„Perfekt. Als ich relativ früh auf der Geraden bemerkt habe, dass ich Theo einfach einklemmen kann habe ich das einfach durchgezogen und auch mein Teamkollege Canyon hat in dieser Situation gut mitgespielt und hat nicht die Linie gewechselt. Generell war das Rennen von den Überholmanövern her fast perfekt und auch die finale Abwehr gegen Theo war hart aber fair.“


Hast du lange gebraucht um zu realisieren, dass du jetzt Weltmeister bist?


„Ich wusste es als ich über die Ziellinie gefahren bin und ich auf dem ersten Platz geblieben bin und somit hab ich auch nicht länger als ein paar Sekunden gebraucht um es zu realisieren.“


Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus? Wirst du nächste Saison weiterfahren und den Titel verteidigen wollen?


„Klar werde ich weiterfahren und versuchen, die Fahrer und Konstrukteurs Weltmeisterschaft zu verteidigen.“


Um mal auf das Team zu sprechen zu kommen. Wie zufrieden bist du mit der Leistung deines Teams „Dallara Racing“, welches auch erfolgreich den Konstrukteurs-Titel gewonnen hat?


„Sehr zufrieden. Der Konstrukteurs-Titel ist mir zwar nicht so viel Wert wie der Fahrertitel, doch natürlich ist es schön den Konstrukteurs-Titel auch noch zu gewinnen. Mit der Leistung des Teams bin ich sehr zufrieden, da Canyon mit der Ausnahme von zwei Rennen gepunktet hat und somit die Konstanz im Team gegeben ist.“


Dein Teamkollege Canyon war jetzt keine Gefahr für dich und den WM-Titel. Daher war die Struktur im Team klar geregelt. Welchen Vorteil hatte diese klare Struktur?


„Das Hauptproblem mit schnellen Teamkollegen ist, dass sie dir bei den Boxenstopps im Wege stehen und dir somit unbeabsichtigt dein Rennen zerstören. Canyon hat mich nie aufgehalten und mir sogar in manchen Rennen geholfen und somit bin ich mit diesen Verhältnissen im Team sehr zufrieden.“


Kannst du uns schon was zur Zusammensetzung des Teams in der nächsten Saison sagen? Wird das Team „Dallara Racing“ so Bestand haben oder sich ändern?


„Das Team wird genau so wie diese Saison auch in der nächsten Saison antreten und wieder den Weltmeistertitel gewinnen“


Eine letzte Frage noch: Wie sieht jetzt dein Urlaub bis zur neuen Saison aus?


„Sonne und Bier“


Ich bedanke mich sehr für deine Zeit und wünsche dir für die kommende Saison viel Erfolg, aber erstmal einen schönen Urlaub.


Damit verabschieden wir uns wieder aus der Redaktion. Ich wünsche euch eine schöne Saisonpause.


Mit besten Grüßen aus der Redaktion


John

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